Die Tage, die ich mit Gott verbrachte

Ich las neulich von Axel Hacke nein, nicht „ Der weiße Neger Wumbaba“, den kennt ja mittlerweile fast jeder, sondern “Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“. Ein märchenhaftes Buch. Es erinnert an Michael Ende und an den  Kleinen Prinzen, und doch ist es etwas eigenes. Bereut Gott sein Tun?

Eine interessante Idee, Gott sucht bei einem Menschen Trost. Nicht nur das, sondern auch Verzeihung angesichts einer unvollkommenen Schöpfung sucht Gott. Der Mensch, der dies erlebt, wird auch von Gott zu dem großen „Egal“ geführt. Vieles ist uns ja auch egal oder gleich- gültig. Erst durch die Endlichkeit erfährt das Leben seine Würde und seine Dringlichkeit. Gott beneidet uns  „…  darum, dass ihr euch zu bewähren habt, dass ihr nachdenken müsst. Dass das Leben für euch eine Kostbarkeit ist, die ihr ergreifen könnt, das dieses Leben für euch etwas Konkretes ist, das ihr zu eurem Leben machen könnt. Dass ihr das Unglück kennt und deshalb erfahren könnt, was Glück ist.“

Ja, unsere Endlichkeit ist auch unsere große Chance.

 

Ein Lesetipp

In den letzten Tagen las ich von Petros Markaris, Offshore. Es ist zwar ein Krimi, der die Handlung vorwärts treibt. Aber eigentlich ist es eine liebevolle Beschreibung der griechischen Mentalität, und eine Gesellschaftsanalyse. Markaris führt uns in ein Athen nach der Krise. Die Menschen leben als hätte es die Krise nicht gegeben. Es wird über Schwarzgeld und Weißgeld philosophiert. Vieles von dem, was  unsere Reiseleiterin uns im Frühjahr erzählte, über die Krise aber auch das familiäre Verhalten der Griechen, lese ich hier wieder. Es ist eine wunderbare Vertiefung von dem, was wir auf der Reise im vergangenen April hörten.